Es hat mich schon immer gestört, wenn Leute diesen Satz sagten:
“Es hätte nicht sein sollen.”
Doch ich nahm mir nie wirklich die Zeit diese Bauchgefühlmeinung argumentativ so zu untermauern, dass ich erläutern könnte, wieso es eine blöde Aussage ist. Das möchte ich hiermit tun.
Ich begann mich tiefer mit dieser Aussage auseinanderzusetzen, als mir diese nach meinem gescheiterten Physikstudium des Öfteren um die Ohren geschlagen wurde: “Das Physikstudium war halt nichts für dich. Es hätte halt nicht sein sollen, Andrew.”
Doch das war mir zu einfach. Ich hatte nicht die letzten zwei Jahre meines Lebens erfolglos einem Studium gewidmet, um mich mit dieser billigen Erklärung vom Haken zu lassen. Ich musste mehr daraus ziehen können – und das ist exakt, was mich an der Haltung stört:
Du nimmst dir die Möglichkeit aus deinem Scheitern zu lernen.
Statt hinzuschauen und den Sachverhalt genau zu sezieren, drehst du dich nach Gutdünken in eine andere Richtung und lebst dein Leben woanders weiter. Du nimmst dir die Möglichkeit zu lernen – aus der Situation und auch dich selbst zu verstehen. Schlimmer noch, du bist geneigt den genau gleichen Fehler zu wiederholen.
Nichtsdestotrotz verstehe ich natürlich, von wo diese Aussage von solchen Leuten kommt. Sie möchten dich schützen und je nach Situation macht es vielleicht sogar Sinn von einem Misserfolg Abstand zu nehmen, Zeit verstreichen zu lassen. Gerade wenn es für dich ein traumatisches Erlebnis war. Doch früher oder später sollte sich jeder seinem Misserfolg stellen und sich fragen:
“Wieso bin ich gescheitert?”
Denn genau darin liegt das Wissen für deinen nächsten Erfolg.