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SpiegelZitatsammlung

Der Maskenball

By 17. Mai 2026No Comments2 min read

“Ich schämte mich, als ich bemerkte, dass das Leben ein Maskenball ist, und ich mit meinem wahren Gesicht teilgenommen habe.”

– Franz Kafka

 

“I was ashamed of myself when I realized that life is a masquerade party, and I attended with my real face.

– Franz Kafka

Zum einen pflichte ich Kafka bei. Das Leben ist ein Maskenball und wir sind Teil davon. Shakespeare selbst hatte ein ähnlich bekanntes Zitat, jedoch ohne die soziale Entfremdung:

“All the world’s a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances;
And one man in his time plays many parts,”

Zum anderen bin ich der Meinung, dass wir alle irgendwo durch eine Pflicht zur Authentizität haben. Es ist kein Zufall, dass Selbstverwirklichung auf der Spitze der Maslow’schen Pyramide steht.

Ich bin der Ansicht, dass der Fake-it-till-you-make-it-Approach seine Daseinsberechtigung hat. Wir als Menschen passen uns unserer Umgebung an – und so auch den Rollen, die wir spielen. Würden wir nur die Rollen annehmen, mit denen wir uns von Beginn an identifizieren, würden wir auf der Stelle treten.
Deshalb ist es gerade praktisch, dass wir anpassungsfähig sind und verschiedene Masken ausprobieren können und sehen, welche uns entspricht, sodass die Maske Teil von uns wird. Das Überwinden der Geworfenheit und das Erlangen der Eigentlichkeit wie Heidegger sagen würde.

Wenn auch Kafka mit dem Zitat ein durchaus negatives Bild des Lebens zeichnet, glaube ich, hatte er die von Maslow umschriebene Selbstverwirklichung erreicht, denn über sich selbst sagte er in einer Briefkorrespondenz:

“Ich habe kein literarisches Interesse, sondern bestehe aus Literatur, ich bin nichts anderes und kann nichts anderes sein.”

 

“All I am is literature, and I am not able or willing to be anything else.”